Beate: Ein Leben mit Diabetes Typ 1

Ein Interview mit Beate von

Beate putzt_sauber Leben mit Typ 1 Diabetes

 

Wie hast Du gemerkt, dass etwas nicht stimmt?

Da ich erst 3,5 Jahre alt war, haben meine Eltern gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Ich war durch einen vorigen Virus sehr geschwächt, wurde nicht mehr fit und habe sehr viel abgenommen. Leider hat mein damaliger Arzt das nicht gemerkt, sodass ich ziemlich geschwächt und abgemagert lange in der Klinik zur Einstellung bleiben musste.

 

Wie ging es Dir als Du erfahren hast, dass Du Diabetes hast?

Körperlich ging es mir sehr schlecht, mein Immunsystem war komplett am Boden. Sonst ging es mir – nach den Beschreibungen meiner Eltern – gut.

 

Wie bist Du damit umgegangen?

Soweit ich weiß, war  ich ziemlich geduldig – außer beim Blut abnehmen, das war schlimm. Das Messen und Spritzen war kein großes Thema, messen konnte ich recht schnell eigenständig.

 

Was hat sich in Deinem Leben verändert?

Für mich aus der Kinderperspektive war am auffälligsten, dass meine Mama mich auf Kindergeburtstagen besucht hat und mir eigenen Kuchen mitgebracht hat. Damals war die Therapie ganz anders als heute und es gab immer Kuchen, der mit Fruchtzucker gebacken wurde. Der war dann nur für mich, das fand ich eher cool =) Ich musste auch IMMER eine Tasche mit Messgerät und Traubenzucker mitnehmen, das hat mich manchmal genervt.

 

Wie geht es Dir heute mit Diabetes?

Heute sehe ich meinen Diabetes meistens als Stärke: er zwingt mich dazu, mich mit meinem Körper auseinanderzusetzen, bringt mich zum Reflektieren und auch in chaotischen Situationen eine Grundstruktur beizubehalten. 

 

Gibt es manchmal noch Tage/Situationen, in denen es schwer für Dich ist?

Klar. Gestern war so ein Tag: ich will Sport machen, mein Blutzucker ist niedrig und steigt nicht an und bevor ich Sport machen konnte, musste ich viel Saft trinken. Sowas nervt. Allgemein: wenn kleine Details es schaffen, dass der Blutzucker spinnt und ich mich hilflos fühle.

 

Hat sich Deine Sichtweise auf das Leben verändert?

Ich weiß meine Gesundheit zu schätzen und bin sensibel dafür, was Kleinigkeiten (z.B. Stress, schlechte Ernährung, positive oder negative Grundstimmung) auslösen können. Das könnte ich ohne Diabetes vielleicht nicht ganz so gut.

 

Auf Deinem blog teilst Du Deine Erfahrungen mit anderen, welches Ziel verfolgst Du mit Deinem blog?

Zum einen genau das, Erfahrungen teilen, dadurch auch Erfahrungen von anderen hören. Zum anderen kann ich durch das schreiben gut nachdenken und reflektieren. Ganz nebenbei möchte ich über Diabetes aufklären: ein aktives Leben ist möglich, man muss “nur” mehr organisieren und strukturieren als Stoffwechselgesunde.

Mein Blog ist auch kein reiner Diabetesblog: nebenbei gebe ich ab und zu Putztipps 😉

 

Welche Rückmeldungen bekommst du zu deinem blog?

Mit anderen Diabetikern diskutiere ich oft und tausche Erfahrungen aus. Spannend ist immer, wenn Freunde und Bekannte meinen Blog entdecken und mir dann eine positive Rückmeldung geben. Sie wissen zwar, dass ich Diabetes habe und damit offen umgehe, was aber an Arbeit hintendran steckt, bekommt man im Alltag natürlich nicht so mit.

 

2 Gedanken zu „Beate: Ein Leben mit Diabetes Typ 1

  1. Hallo Kiki,

    danke nochmal für das Interview und das ich Teil deiner schönen Kategorie Weltenwandler sein darf 🙂

    Viele Grüße, Beate

    • Sorry für meine späte Antwort! Gerne geschehen! 🙂 Herausfordungen im Leben sind immer aller Art und um uns herum.

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