Benjamin (2/3)

“Es gab Zeiten, da wollte ich nicht mehr ich selbst sein”

Natürlich dauern schlechte Zeiten nicht immer an. Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels. Die Sonne kommt immer nach dem Sturm. Ich war in meinen späten Jugendjahren (fast 18) und ich hatte gerade die Highschool abgeschlossen und war dabei zu einem jungen Mann heranzuwachsen.

Ich mochte nicht, was ich sah, wenn ich in den Spiegel guckte. Ich mochte die Person nicht, die aus dem Spiegel zurück schaute. Aufgrund meiner Ernährung war ich psychisch und physisch ungesund. Ich war schrecklich unglücklich und übergewichtig. Es gab Zeiten, da wollte ich nicht mehr ich selbst sein.

Ich wusste, dass es kein Wunderheilmittel gibt, keine Pille könnte mir helfen, dass ich mich besser fühle oder ändern, was ich im Spiegel sah. Also begann ich mich um meine Gesundheit und meine Ernährung zu kümmern anstatt Antidepressiva zu nehmen.

Ich wusste tief in meinem Inneren, dass ich nicht dazu geboren war, krank, ungesund oder unglücklich zu leben. Ich war geboren, um zu leben und mein Leben zu genießen. Ich war geboren, um zu lieben, geliebt zu werden und Liebe zu geben. Ich war geboren, um frei zu sein, aber vor allem war ich dazu geboren glücklich zu sein, ich selbst zu sein!

Ich dachte, kein Doktor könnte mir helfen. Die einzige Person, die fähig war, mir zu helfen, war ich selbst. Ich konzentrierte mich auf meine Gesundheit und auf mein Glück. Wenn ich zurück schaue, dann bin ich mir sicher, dass es jemanden gab der mir hätte helfen können. Aber stattdessen begann ich mir selbst zu helfen, machte viel Sport, aß gesunde und nahrhafte Vollkost und konzentrierte mich auf meinen Seelenleben.

Ich schlug in meinem Leben einen eher spirituellen Weg ein. Ich glaubte immer an Magie. Jetzt war die Zeit, die Macht zu rufen, die im Universum war und mir helfen würde, die richtige Richtung zu gehen. Ich war nie wirklich an Religion interessiert. Ich wurde in ein katholisches Glaubenssystem geboren. Als ich lernte, dass ich ein Sünder bin, weil ich schwul bin, habe ich mich schon in frühen Jahren von der Kirche abgewandt.

Ich wuchs in einer Zeit auf, in der schwulsein immer noch als Sünde galt und unglücklicherweise waren die Menschen immer noch intolerant und akzeptierten Menschen wie mich. Ich habe nie aufgehört an Gott zu glauben, oder an eine Quelle/Höhere Macht. Ich fand, ich sollte nicht verurteilt werden dafür, dass ich ich selbst war.

Ich fing an mich auf meine Energie auf Erfahrungen zu konzentrieren, die mein Glück steigern würden. Meine Familie, meine Freundschaften, meine Hobbies (wie reisen) und neue Leute treffen, tanzen, Spaß haben. Ich wandte mich schließlich wieder der Natur zu.

Ich konnte nicht höher im Leben sein und näher an dem Jungen, der ich einmal war.Der Junge, der es liebte sich im Garten seiner Großmutter aufzuhalten, die Rosen zu riechen und über das Leben in einer eher natürlichen Welt zu lernen.

Ich erinnere mich daran, dass ich vor einigen Jahren wieder begann mich selbst zu verlieren. Ich ging durch ein paar herzbrechende Beziehungen auf der Suche danach mich komplett zu fühlen. Ich fühlte mich als würde ich etwas verpassen. Jedes Mal, wenn ich einen neuen Partner fand, war ich am Ende schlimmer dran als vorher. Ich habe angefangen mich exzessiv zu betrinken, um nicht die Realität zu sehen. Das war noch nicht meine größte Lektion im Leben, diejenige, die Jeder früher oder später lernt.

Ich glaube, alles passiert aus einem bestimmten Grund und zur richtigen Zeit passieren die richtigen Dinge. Ich vetraute auf das Universum. Ich vertraute mir selbst und wurde gezwungen hinter alle Makel zu schauen, die ich in meinem Kopf kreiert hatte. Nun konzentriere ich mich voll auf meine Seele und den Jungen, der immer noch in mir lebt.