Meetup Gruppe “Back To Nature” (Stuttgart)

Im September gründete ich die Meetup Gruppe „Back to Nature“ in Stuttgart, die mittlerweile schon auf 420 Mitglieder angestiegen ist und jeden Tag kommen Neue dazu!

 

Meine Beweggründe?

In erster Linie wollte ich neue Leute kennen lernen und Gleichgesinnte mit ähnlichen Interessen finden.

 

Während meiner Ausbildung zur Wildnispädagogin haben wir immer wieder darüber gesprochen, dass es schön wäre, vor Ort eine Gruppe zu haben, mit denen man Zeit in der Natur verbringen und Urfertigkeiten wie Feuer machen oder schnitzen kann. Das Bedürfnis nach diesem Urgefühl und in Gemeinschaft diesen Dingen nachzugehen ist nicht nur unter Wildnispädagogen ein Bedürfnis 😉

 

Mein übergeordnetes Interesse: Menschen mit Natur und sich selbst in Verbindung bringen.

 

Bedürfnis nach Natur und Gemeinschaft

Immer mehr Menschen sehnen sich nach mehr Natur und haben das Bedürfnis nach Auszeiten vom hektischen Alltag. Wir möchten Ruhe und Stille erfahren und genießen und suchen nach Stabilität und Sicherheit, weil viele das Gefühl für sich selbst verloren haben.

 

Natur fehlt uns. Vor allem wilde Natur fehlt. Das Usprüngliche, aus dem wir alle entstanden sind und Teil von sind. In der Natur spüren wir unseren Körper. Instinktiv spüren wir, dass Natur heilt und Geborgenheit gibt. Sie ist unsere ursprüngliche Heimat und allgegenwärtig.

 

Wir wünschen uns etwas zurück, was tief in uns steckt und verloren glauben.

 

Wir fühlen diese Entfremdung, können sie aber nicht greifen. Fühlen, dass etwas fehlt. Dass ein Defizit vorliegt.

Das von Richard Louv beschriebene Naturdefizit in „Das letzte Kind im Wald“ (https://www.amazon.de/Das-letzte-Kind-Wald-unseren/dp/3407859341) findet sich nicht nur in Nordamerika und vor allem nicht nur unter Kindern. Genauso gut könnte es heißen „Der letzte Mensch im Wald“.

 

Doch selbst, wenn man in der Natur unterwegs ist, finden sich überall Spuren der Zivilisation und um Stille zu erfahren, muss man sich schon sehr weit von den Städten entfernen.

Wenn ich rund um Stuttgart wandern gehe, dann bin ich genervt von dem ganzen Autolärm, den man noch mitten im dichten Wald hört.

 

Langes Wandern ohne einer Menschenseele zu begegnen, keine Straßen oder Häuser.

Wo findet sich noch das vollkommen Ursprüngliche, nach dem wir uns sehnen?

 

Hier in Deutschland…in Europa…nicht. Dafür fehlt uns die Landmasse.

In Kanada durfte ich absolute Natur erfahren und erleben. Die Weite und die ursprüngliche Landschaft, raue und erbarmungslose Wildnis. Wäre ich einem Bär oder Puma auf  meinen Wanderungen begegnet…wer weiß, ob ich nun diesen Artikel schreiben könnte.

 

 

Absolute Natur…Wildnis…was bedeutet das?

 

Wildnis bedeutet vollkommen frei, natürlich und wild sein.

Das zeigt sich nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell.

Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind.

Sie einfach machen lassen.

 

Undenkbar in einem Deutschland, in dem es so viele Regeln gibt, die nicht gebrochen werden dürfen.

Regeln, die immer mehr werden und unsere Handlungsmöglichkeiten und den Rahmen, in dem wir uns bewegen, immer weiter einschränken.

 

Wenn ich mit Kindern im Wald unterwegs bin, dann fällt mir auf, dass die meisten von ihnen den Raum sofort nutzen und wild spielen, Grenzen austesten, sich verletzten, aufstehen und es wieder versuchen.

Aber dann gibt es aber auch Kinder, die auf „Anweisungen“ warten, was sie nun tun sollen. Deren Kreativität soweit eingeschränkt ist, weil sie permanent gesagt bekommen, wie sie sich verhalten sollen und was sie alles nicht dürfen.

Das erschreckt mich!

 

Es gibt vielfältige Gründe, warum ich eine Ausbildung zur Wildnispädagogin gemacht habe:

 

Kindern das Gefühl zurückgeben wollen, dass sie (wilde) Kinder sein dürfen.

Offenes und natürliches Lernen statt Vorgabe und Formung.

Einen Ort von Freiheit bieten.

Erfahrungslernen und sich gemeinsam auf einen Lernweg begeben,

statt ununterbrochene Bombardierung mit Wissen.

 

Doch schnell wurde mir klar, dass es in meiner Arbeit nicht nur um Kinder geht, sondern auch um Erwachsene. Das Thema Natur und Wald taucht in den Medien immer öfter auf. In Gesprächen mit Mitmenschen äußern viele ein Bedürfnis, das sie nicht richtig greifen können.

 

Mir wurde klar, dass es wichtig ist, ein Angebot zu schaffen,

um Menschen wieder mehr mit Natur und mit sich selbst zu verbinden.

 

Neben dem Bedürfnis nach einer Verbindung zur Natur und sich selbst, besteht ein weiteres Bedürfnis: Gemeinschaftsgefühl.

Teil einer Gemeinschaft sein im anonymen Dschungel der Großstadt.

 

 

Worum geht es also in „Back to nature“?

 

SITZPLATZARBEIT / MEDITATION IN DER NATUR / FOREST BATHING / BUSHCRAFT SKILLS

Es geht vor allem darum, wieder mehr Zeit in der Natur zu verbringen. In unserem stressigen Alltag in der Stadt vergessen wir nur allzu oft, von welch schöner und wundervoller Natur wir umgeben sind.

 

  • Zeit in der Natur erinnert uns daran, unsere Sinne wieder mehr zu nutzen und einzusetzen. Unser Vertrauen in unsere Instinkte wird wieder erweckt

 

  • Die Achtsamkeit für den eigenen Körper und Geist geschult, die Wahrnehmung für sich und seine Umwelt steigt.

 

  • Zeit in der Natur zu verbringen hilft, Stress abzubauen und dem Alltag für die dringend benötigte „Ich-Zeit“ zu entfliehen.

 

  • Sitzplätze haben einen meditativen Effekt. Der Atem verlangsamt sich und der Körper entspannt.

 

  • Immer wieder den gleichen Sitzplatz aufzusuchen, zeigt uns den Kreislauf des Lebens auf und verbindet uns mit ihm.

 

  • Ursprünglichen Aktivitäten nachzugehen, wie bspw. Feuer machen oder schnitzen, gibt uns ein vertrautes Gefühl und wir besinnen uns zurück auf unsere Ur-Fähigkeiten, die wieder erlernt werden wollen.

 

Welche Events stehen als Nächstes an?

Momentan plane ich das nächste halbe Jahr.

 

Es wird auf jeden Fall einmal im Monat ein Meetup Event geben mit Meditation im Wald

und anschließendem gemeinsamen sitzen am Feuer und grillen und quatschen.

 

Vielleicht verbinden wir das auch mal mit „Plalking“ (Pick up Litter wehen wALKING) und sich um die Umgebung kümmern, in der wir uns bewegen (plalking abgewandelt vom schwedischen Trend plogging = Pick up Litter when jOGGING).

Gemeinsames Wandern haben sich auch ein paar Teilnehmer gewünscht. Also lasst uns die Gegend ein wenig erkunden. Vielleicht einfach mal querfeldein losziehen, fernab von vorgegebenen Wanderwegen und nur mit Karte und Kompass das Ziel finden? 😉

Im Frühling bietet es sich an, mal im Wald zu biwakieren (nur bei kleiner Gruppengröße!).

 

Neben den üblichen Treffen wird es auch kostenpflichtige Treffen geben, zu denen ich Referenten einladen werde.

Die Themen lote ich momentan noch aus, aber es wird sich in diese Richtung bewegen:

Ein Kräuterspaziergang, um mehr über die Wildpflanzen zu erfahren und anschließend über dem Feuer eine Wildpflanzensuppe kochen.

Eine Klangschalenmeditation inmitten des grün leuchtenden Waldes.

In gemütlicher Runde am Feuer lernen, wie man einen Löffel oder eine Gabel schnitzt.

Schaut einfach mal vorbei! Mehr Infos zu den Events gibt es hier: https://www.meetup.com/de-DE/meetup-group-UAViIXal/

Mitglied sein bei Meetup kostet übrigens nichts 😉

 

Mehr Informationen

Sitzplatzarbeit: https://www.weltenreflexion.de/sitzplatzarbeit/

Forest Bathing: http://time.com/5259602/japanese-forest-bathing/

Wildnispädagogik: https://de.wikipedia.org/wiki/Wildnisp%C3%A4dagogik

Das letzte Kind im Wald: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=44099

Von neuen Wildnissen und alten Sehnsüchten: https://www.deutschlandfunkkultur.de/mensch-und-natur-von-neuen-wildnissen-und-alten-sehnsuechten.3691.de.html?dram:article_id=433999

Die Waldsehnsucht des Menschen: https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=701718

 

 

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