Playcentre – Ein Interview mit Veronica Pitt

Veronica Pitt ist die Geschäftsführerin für den ‚Neuseeland Playcentre Verband‘

 Grundlegende Infos

  • Anzahl von Playcentres in Neuseeland: 470
  • Anzahl von Kindern, die Playcentre in Neuseeland besuchen: Ungefähr 11.000
  • Gebühren: Viele Zentren legen ihre eigenen Gebühren fest. Einige sind minimal, einige sind 80 oder 90 NZ Dollar im Semester. Aber die Mehrheit der Zentren bekommt Unterstützung vom Staat und eine Subvention
  • Staatliche Förderung: Alle Playcentres erhalten eine Förderung, die alle Zentren für Frühkindliche Bildung become. Diese hängt Davon ab, wie viele Stunden die Kinder (den Playcentre) besuchen
  • Wo in Neuseeland: Playcentre gibt es in Städten und sehr oft in ländlichen Gebieten, isolierte Orte, wo Playcentre das einzige Zentrum für Frühkindliche Bildung ist
  • Curriculum: Te Whariki, weil es ein wirklich großartiges Curriculum ist, es ist sehr ganzheitlich und hat das ganze Kind im Fokus)

Aufgaben von Playcentre

Playcentre ist eine Familienorganisation. Wir ermutigen Eltern und Kinder zusammen zu spielen, lernen und wachsen. Wir ehren Te Tiriti o Waitangi (Vertrag von Waitangi)  und feiern die Einzigartigkeit des Menschen.

Wir schätzen und bekräftigen Eltern als erste und beste Erzieher von ihren Kindern, sodass die Familien gestärkt und die Geimden bereichert werden. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Familien und der Unterstützung von Familien ihre Kinder zu betreuen, und ein Gefühl von Gemeinschaft zu erschaffen.

Bild vom Kind

Kinder sind kompetente Menschen und es ist unsere Aufgabe sie zu unterstützen und ihnen auf ihrer Reise zu helfen anstatt sie zu drängen. Jedes Kind ist ein Individuum und Jedes hat seinen eigenen Weg sich zu entwickeln und entfalten. Jeder Playcentre, der da ist, gehört zu den Familien und sie nehmen Besitz davon.

Die älteren Kinder wissen wo alles ist und sie können dir sagen, wie alles funktioniert.

Warum nehmen Eltern am Playcentre teil?

Grund #1: Familie, Gemeinschaft und Freundschaften

Die Menschen finden, dass sie mehr über ihre Kinder lernen. Sie genießen es mit ihrem Kind und ihren Freunden in der Gemeinde zusammen zu sein.

Viele Leute sagen, sie sind für das Kind gekommen und blieben für sich selbst, wegen der Gemeinschaften und viele Menschen schließen lebenslange Freundschaften.

Wir finden eine Menge Leute in modernen Gesellschaft sind nicht sehr oft mit einer erweiterten Familie verbunden. Wir gehen an verschiedene Orte und Menschen ziehen um.

Viele Leute finden, dass Playcentre diese erweiterte Familie bereitstellt, das Dorf, das dabei hilft, dein Kind großzuziehen. Weil es all die anderen Eltern dort gibt und sie sich miteinander austauschen können. Und sie realisieren, dass ihr Kind nicht das einzige Kind ist, das durch diese Phase geht.

Grund #2: Ansatz und Lernstil

Wir haben einen eher lockeren, entspannten Ansatz. Es funktioniert gut für viele Kinder. Das ist auch, weil wir den Fokus sehr auf Kindorientierung legen und das Kind wählen lassen, was e stun möchte, wann es e stun möchte. Viele Leute mögen das wirklich.

Und ich weiß, dass einige Kindergärten auch der Kindorientierung folgen, aber zu ängstlich sind, die Kinder leiten zu lassen und ihrem Vertrauen zu folgen.

Es ist ein anderes lernen, wenn die Eltern dabei sind. Wenn sie etwas lernen, dann lernen sie das Gleiche vielleicht für drei Monate, aber es ist ok, weil sie lernen.

Integration der Maori Kultur

Die Integration der Maori-Kultur ist etwas, an dem wir konstant arbeiten und versuchen es zu verbessern. Manches ist wirklich sehr grundlegend wie zum Beispiel die Ausstattung und Ressourcen sind aus der Maori Kultur. Wir stellen sicher, dass jeder Playcentre traditionelle Kostüme hat, die die Kinder anziehen können und wir singen Lieder.

In jedem Playcentre hängen Schilder und wir ermutigen Eltern, die Maori Sprache zu benutzen und die Maori Kultur zu respektieren.

Wir haben in den 1990ern ein wenig nachgeforscht und haben ein kleines Buch produziert, das  “Whānau Tūpu Ngātahi” heißt und es stellt die kulturellen Aspekte dar, derer wir bewusst sein sollten in den verschiedenen Bereichen des Playcentres – zum Beispiel, dass Kinder nicht auf dem Tisch sitzen sollen, weil das in der Maori Kultur nicht ok ist.

Wir bieten die Möglichkeit für karakia und waiata (Gebet und Hymne) zu Beginn der Sitzungen.

Auf nationaler Ebene haben wir in unserem Verwaltungsvorstand drei Maori gewählt und drei Nicht-Maori. Wir treffen unsere nationalen Entscheidungen zusammen in einem 2-Haus-Modell. Te Whare Tikanga Maori ist das Haus für Maori-Mitglieder und Tangata Tiriti ist das Haus für Nicht-Maori Mitglieder.

Alle Entscheidungen werden zuerst in jedem Haus diskutiert, damit die Menschen das Thema im Rahmen ihrer kulturellen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Dann geht die Vereinbarung von jedem Haus zu einem Verhandlungsraum zwischen den Häusern und eine endgültige Entscheidung wird für die Organisation als Ganzes vereinbart

Wir versuchen, die Partnerschaft zwischen den beiden Kulturen auf diesem Niveau zu gestalten. Die Integration der Maori-Kultur ist auf jeden Fall ein wichtiger Aspekt. Wir sind auf jeden Fall nicht perfekt, es gibt viel, was wir noch tun können und zumindest  versuchen zu tun.

Eltern als Erzieher: das Playcentre Diplom

Was ist das?

Wir haben das Playcentre Diplom. Es ist von unserem Nationalen Qualifikationsrahmenbedingungen anerkannt. Es ist ein Programm zur Frühkindlichen Bildung und Eltern müssen an den Workshops teilnehmen. Es variiert zwischen den Zentren, ob die Verantwortlichen des Zentrums das tun. Manche Zentren drängen mehr darauf, dass alle Eltern die Workshops machen. Alle Eltern Machen die Ausbildung, aber nicht alle Eltern gehen so weit in der Ausbildung.

Was lernt man in den Kursen?

Sie erhalten die Information, wie man einen Playcentre leitet, sie lernen alles über die Entwicklung des Kindes, Verhaltensanleitung, solche Themen.

Wer lehrt die Kurse?

Normalerweise Machen das Eltern, die in der Ausbildung schon weiter sind und Kurs 4 haben, sie lehren Kurs 1 bis 3. Und die Leute, die einen höheren Kurs nehmen sind normalerweise die mit viel Erfahrung oder Leute mit einer Qualifikation von außerhalb. Aber es gibt immer Menschen, die durch Playcentre gegangen sind und verstehen, wie es funktioniert.

Kann man mit dem Playcentre Diplom auch in anderen Einrichtungen der Frühkindlichen Bildung arbeiten?

Man kann nicht mit dem Playcentre Diplom in anderen Einrichtungen arbeiten. Dort müssen sie 100% qualifizierte Fachkräfte haben. Auch wenn unser Playcentre Diplom einen guten Ruf hat, ist es doch legal nicht hoch genug, um sich für andere Einrichtungen der Frühkindlichen Bildung zu qualifizieren.

Schwierigkeiten

Das Hauptproblem: Die Zahlen hoch zu halten.

Es wird immer schwieriger, weil die Leute arbeiten müssen und zwei Einkommen brauchen. Wir bekommen immer weniger Menschen aufgrund dieser Verpflichtungen.

Und doch arbeiten einige Eltern, oder die Mutter, noch Teilzeit und schicken ihre Kinder n drei Tagen in Kindertagesstätten und an den anderen Tagen kommen sie zum Playcentre. Und sie nutzen Playcentre als einen Ort, wo sie mit den Kindern spielen und Spaß haben können.

Und dann gibt es noch die Leute, die die Professionalität kritisieren und sagen, dass professionelle Lehrer die Kinder unterrichten sollten.

Eltern werden kritisiert, wenn ihr Kind dreieinhalb oder vier ist und gefragt werden, ob sie denn für die Schule bereit wären. Im Playcentre sind sie es gewöhnt, mit vielen Erwachsenen Kontakt zu haben, weil es im Playcentre viele Erwachsene gibt.

Anderer Druck kommt von staatlicher Vorgaben. Eine Menge Sicherheitsbestimmungen sind herausgekommen und das bedeutet mehr Papierkram.

Playcentre in anderen Ländern – Japan

Es gibt in Japan Playcentres, die mit uns verbunden ist. Sie haben die Idee von hier und bleien mit uns in Verbindung. So sind sie auf der Grundlage der Neuseeland Playcentres entstanden, aber keine formeller Teil unserer Organisation. Es ist nicht weit in Japan verbreitet, aber es gibt ein paar in Tokio und in Eniwa. Sie kamen über und besuchten uns, gingen zurück und setzte sie in ihren Städten um.

In Japan haben sie herausgefunden, dass Mütter, die mit ihren Kindern zu Hause waren, sehr isoliert waren und niemand würde aus seinem zu Hause heraus kommen. Und das war weder für die Kinder noch für die Eltern gut. Also suchten sie nach einem Weg, um sie zu ermutigen rauszugehen und sich in der Gemeinde aufzuhalten und sich gegenseitig kennen zu lernen. Also nutzten sie Playcentre als Motor dafür.

Wir wollten ihnen keine Vorgaben machen, wie es aussehen und wie es funktionieren sollte, weil jede Kultur anders ist und was wichtig ist, ist in jeder Kultur anders. So haben wir die grundlegende Idee geteilt und Unterstützung zur Verfügung gestellt, und ermöglichten es den japanischen Gruppen sich auf ihre eigene Weise zu entwickeln. Wir haben darüber gesprochen Playcentre in andere Ländern zu bringen und sie auch in anderen Ländern zu implementieren, aber im Moment konzentrieren wir uns darauf, dass es in Neuseeland wächst.

Danke, Veronica, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

 

Links

http://www.playcentre.org.nz/

https://en.wikipedia.org/wiki/Playcentre