Rauchfrei: Unterstützung und Hilfe

Rauchverhalten dokumentieren

In der Vergangenheit hatte ich schon so oft aufgeschrieben, warum ich rauche. Daher war mir durchaus bewusst, dass ich vor allem aus Stressgründen rauche. Ich rauchte, wenn ich müde war und noch länger durchhalten wollte. Ich gönnte mir keine Pausen oder Auszeiten.

 

Bisher konnte ich meine Gründe immer akzeptieren und dann wieder vergessen. Der Unterschied zur jetzigen Situation war allerdings, dass ich diese Information mit den anderen aus der Gruppe teilen „musste“. Jetzt musste ich mich aktiv damit auseinandersetzen und konnte sie nicht einfach zur Seite schieben. Das hat sehr geholfen.

 

Listen

Natürlich habe ich schon unzählige Male Listen erstellt, die sich mit folgenden Fragen beschäftigten:

 

  • Was sind die Vor- und Nachteile zu rauchen/nicht zu rauchen?
  • Warum will ich aufhören zu rauchen?
  • Worauf freue ich mich in meinem rauchfreien Leben?

 

Egal wie viele Versuche ich schon hinter mir habe, bei jedem Versuch war ich an einem anderen Punkt in meinem Leben und musste deshalb jedes Mal neue Listen erstellen.

 

Ablenkungsmöglichkeiten

Hier eine Auswahl an Alternativen, die vom Rauchen ablenken können:

Kritzeln/Mandalas, mit einem Ring/Stein spielen, Kugeln in einer Hand drehen, Zähne putzen, Zahnseide benutzen, Körperpflege (Body lotion, Maniküre, Pediküre…), durch einen Strohhalm inhalieren,  bewusst atmen, Tee/smoothie trinken, Entspannungsübungen, Yoga, Sport, Pfefferminzöl auf die Stirn reiben (Muntermacher), Sudokus/Kreuzworträtsel, spazieren gehen, duschen/baden, Sauna, Wohnung putzen, Serien/Filme/Bücher…

 

Notfall-Plan

Da wir zwei Wochen lang unser Rauchverhalten dokumentiert hatten, konnte ich meine Risikosituationen besser einschätzen und machte mir eine Liste, was ich in den Situationen machen kann. Beispielsweise suchte ich mir Kundalini-Yoga Übungen für morgens raus, wenn ich bereits um 5 Uhr wach war und noch eine Menge Zeit hatte bis ich zur Arbeit musste.

 

Einkaufsliste für die ersten Tage

Was muss ich besorgen (Hilfsmittel), damit ich die ersten Tage gewappnet bin?

 

Hilfsmittel

Ruhe

Rescue Remedy für tagsüber, Baldrian für nachts. Da ich bei vorherigen Besuchen extreme Schlafstörungen (max. 4-5 Stunden unruhiger Schlaf pro Nacht) bis hin zu Schlafwandeln hatte, besorgte ich mir vorsichtshalber auch Schlaftabletten, die ich dieses Mal glücklicherweise nicht benötigte.

 

An manchen Tagen bin ich so nervös, dass ich nach der Arbeit keinen klaren Gedanken fassen kann. Die einen stürzen sich in Sport, ich brauche dann genau das Gegenteil: Ruhe. Also mache ich eher Yoga oder weitere Meditationsübungen.

 

Auf Youtube habe ich außerdem ein Selbsthypnose-Video gefunden, das mir bisher immer ganz gut geholfen hat (link). Während der Selbsthypnose geht es auch darum, sich zwei Wege vorzustellen.

 

Einen „ich rauche weiter“-Weg, einen „ich rauche nicht mehr“-Weg. Ob es nun Placebo-Effekt ist oder wirklich hilft, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich, wenn ich an Zigaretten denke, direkt das Bild vor mir habe, wie ich in einem dunklen, verrauchten Tunnel ohne Fenster stehe und versuche, den Weg heraus zu finden.

 

Dann beruhigt es mich ungemein auf den „ich rauche nicht mehr“-Weg zu wechseln, der vorbeiführt an Wiesen, Wäldern, verwunschenen Küsten hin zu dem hohen Berg, von dem aus man eine atemberaubende Aussicht auf die Welt hat.

 

Die auf Zigarettenlänge gekürzten Strohhalme kamen bisher nur ein paar Mal zum Einsatz, sie helfen aber unglaublich gut in Extremsituationen!

 

Beschleunigung des Entgiftungsprozesses

Wann immer ich merke, dass mein Körper aus der Bahn gerät und bspw. mein Immunsystem eine Stärkung braucht, greife ich zu Schüssler Salzen.

 

Für die Entgiftung der Lunge werden diese drei Salze empfohlen: Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 4 Kalium phosphoricum, Nr. 6 Kalium sulfuricum. Dreimal täglich je zwei Tabletten.

 

Die Nr. 7 Magnesium phosphoricum nehme ich ab und zu, wenn ich wieder sehr angespannt bin und sich meine Schultern wieder an die Ohren klemmen. 10 Stück mit heißem Wasser aufgießen und warm in kleinen Schlucken trinken. Wirkt Wunder!

Mehr Informationen zu Entgiftungen der Organe findet ihr hier:

http://www.schuessler-salze-ratgeber.de/ratgeber/kuren/entgiftungskur-entgiftung-und-entschlackung-mit-schuessler-salzen.html

 

Heißhungerattacken

Viele Raucher fürchten, dass sie durch den Rauchstopp an Gewicht zunehmen. Diese Angst ist nicht unbegründet, da sich der Stoffwechsel verlangsamt. Mein Hausarzt hat einmal zu mir gesagt, dass es normal sei, zwischen 3 und 5 kg zuzunehmen.

 

Ich weiß noch, wie schlimm es 2012 für mich war, innerhalb von 4 Wochen 6kg mehr auf der Waage zu haben. Nichts von meinen Klamotten passte mehr. Bei den darauffolgenden Versuchen änderte ich nur wenig an meinem Sport- und Essverhalten, achtete aber darauf nicht ständig irgendwas Süßes zu essen, wenn ich Lust auf eine Zigarette hatte. Und das war für mich bzw. meinen Körper die bessere Strategie.

 

Hummus, Grünkohlchips, getrocknete Seealgen und vor allem Lakritz sind hier super! Aber Vorsicht: Lakritz kann den Cholesterinwert erhöhen!

 

Abschalten

An manchen Tagen sind meine Gedanken so chaotisch, dass ich mich abends nicht einmal darauf konzentrieren kann, ein Buch zu lesen. Dann hilft nur kritzeln und eine Serie nach der anderen auf Netflix schauen. Ja, an solchen Tagen denke ich oft „ich hoffe, der Tag ist bald vorbei und wenn ich morgen aufwache, ist es vier Monate später und ich hab’s geschafft“. Haha 🙂

 

Und wenn die Hände wieder einmal zittrig sind, dann hilft das: Einfach einen Luftballon mit getrockneten Erbsen füllen, Knoten drauf und schon hat man einen Anti-Stress-Ball, den die Hand durchkneten kann.

 

Spirituelle Unterstützung

Da ich ein sehr spiritueller Mensch bin, habe ich beschlossen, mir einen neuen Stein zu kaufen, der meinen Prozess positiv unterstützt. Dafür fiel meine Wahl auf den Onyx:

 

„Der Onyx ist ein besonders starker Stein zur Steigerung des Selbstbewusstseins und der Widerstandskraft. Somit schenkt der Onyx seinem Träger mehr Lebensfreude und hilft seinem Leben mehr Stabilität zu geben. Ein gestärktes Selbstbewusstsein führt immer auch zu größerer innerer Harmonie. Auf diese Weise ist der Edelstein auch in der Lage bei Depressionen, Melancholie oder anderen negativen Energien zu helfen.“ (http://www.edelsteine.net/onyx/)

 

Wer nicht an die Heilkraft von Edelsteinen glaubt, dem kann ich einen Stein dennoch empfehlen, weil das Darüberstreichen und in der Hand halten eine beruhigende Wirkung hat.

 

Der Weg ist das Ziel

Die für dich richtige Strategie ist das Wichtigste. Was bei anderen wirkt, wirkt bei dir vielleicht nicht. Und deswegen ist eine sorgfältige Vorbereitung und Planung des Rauchstopps so wichtig, wenn es langfristig klappen soll.

Denn nur, wenn du herausfindest, warum du rauchst, kannst du entsprechende rauchfreie Alternativen finden.

 

Neue Verhaltensweisen zu erlernen braucht Zeit

und geschieht nicht von heute auf morgen.

 

Einen Schritt nach dem anderen zu gehen, nicht den ganzen Weg vor sich zu sehen, sondern ab und an Pausen einlegen, das Hier und Jetzt wahrnehmen und nach vorne schauen.

 

Jeder Schritt ist ein kleiner Erfolg.

Und mit jedem Schritt lerne ich mich als Nichtraucherin ein bisschen besser kennen.

 

Manchmal bedeutet der Schritt weg von der Zigarette auch einen Schritt weg von Menschen, die dir nicht gut tun. Als ich 2012 aufhörte, musste eine Freundschaft dran glauben, die mich schon länger belastet hatte.

 

Doch nicht nur Menschen, sondern die Umgebung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle: Wenn überall geraucht wird und es gesellschaftlich größtenteils akzeptiert ist, fällt es mir persönlich unglaublich schwer rauchfrei zu bleiben.

 

Wenn alles scheitert, dann muss ich wohl doch nach Neuseeland ziehen, denn Neuseeland will bis zum Jahr 2025 rauchfrei sein 😉