Razan and Dyana (2/3)

Türkei – Griechenland – Mazedonien – Serbien

Die Reise begann mit Gummibooten. Wir mussten in Kontakt treten mit Personen, die diese Boote haben. Also trafen wir uns mit einer Person, die für die Schmuggler gearbeitet hat und er ist derjenige, der zwischen den beiden Parteien koordiniert. Er gibt das Geld an die Schmuggler. Wir hatten eine große Menge Geld zu zahlen.

Sie nennen sich “dritte Partei”, aber man weiß nicht, wer sie sind und was sie tun mit deinem Geld. Aber du musst es riskieren. Viele Menschen wurden wegen diesen Menschen betrogen. Diese Schmuggler und die Art, wie sie mit dir umgehen und dich zum Auto bringen.

Es ist wie eine Mafia.

Eine Fahrt kostet etwa 75.000 $ für die gesamte Gruppe auf dem Boot.

Man sagt dir, wo sich das Boot befindet und zu welchem Zeitpunkt es beginnen wird. Es ist alles unter Geheimhaltung. Sie sagen, man muss warten bis das Boot fertig ist und dann sie sammeln alle Menschen ein, die dann in einem Raum warten müssen. Schließlich sagen sie, dass es an der Zeit ist und setzen alle in Autos und Lastwagen und bringen dich an die Stelle, wo das Boot ist.

Sie nennen es ‘der Punkt’. Wir erreichten ‘den Punkt’ und alles geht so schnell.

Es war sehr voll (im Lastwagen) und sie machten nur kleine Löcher, so dass man atmen konnte. Manchmal kann der Weg bis zu ‘dem Punkt’ 2-3 Stunden dauern. Unsere LKW-Fahrt dauerte nur eine halbe Stunde und dann mussten wir zwei Stunden durch den Wald gehen, bis wir zu ‘dem Punkt’ am Ufer kamen.

Unsere größte Angst war das Meer, es dauert ca. 3 Stunden bis zur nächsten Insel Griechenlands. Aber es fühlte sich an wie ein Jahr auf dem Boot zu sein.

Es war so unheimlich auf dem Boot.

Nur ich(Razan)kann schwimmen und ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, was ich tun würde, wenn das Boot kentert. Wie kann ich meine Frau und meine Tochter zu retten? Ich konnte nicht beide retten.

Ich (Dyana) sagte Razan er soll das Baby retten, wenn etwas passiert und er solle mich vergessen.

Es war am Rande des Todes für uns beide, es war unheimlich. Die Wellen hätten das Boot leicht kentern können. Jeder betete zu Gott bis wir an der Küste ankamen und es war so eine Erleichterung! Es gab vor allem Familien mit Kindern auf dem Boot.

Wir waren auf der griechischen Insel für 4 Tage und es war wirklich hart, weil es zum Beispiel nicht erlaubt war ein Zimmer im Hotel zu erhalten. Also mussten wir draußen bleiben. Wir konnten kein Zelt bekommen.

Die Menschen sahen uns an als wären wir nicht menschlich. Die Leute von der Insel behandelten uns nicht gut.

Wir mussten auf ein Dokument warten, dass dir die Erlaubnis gibt, herum zu laufen. Es war so voll und es waren etwa 4000 Menschen da und nur zwei Mitarbeiter und zwei Angestellte, die diese Berechtigungen verteilten. So musste die Polizei manchmal gewalttätig sein, weil die Menschen schubsten und es war chaotisch. Und dann wurde ich(Razan) von einem der Polizisten geschlagen.

Eine hohe Anzahl von Menschen behauptete, dass Syrer zu sein, aber sie waren es nicht. Und das griechische Regierungspersonal merkte, dass etwas falsch ist, weil jeder sagte, er sei syrisch. So fingen sie an die Schlange zu schließen.

Dann nahmen wir einen Bus zur Grenze zu Mazedonien und dort war eine sehr hohe Anzahl von Menschen, und wir mussten für zwei Nächte warten.

In Mazedonien und Serbien hatten wir eine lange Strecke durch ein Gebiet zu gehen, das wie eine Wüste war. Wegen des Staubs wäre unsere Tochter fast erstickt und wir mussten so schnell wie möglich wieder da raus kommen.

Wir mussten sehr langsam gehen, weil es so viele Menschen waren und die Tür zwischen Serbien und Mazedonien so klein ist. Einige Erstickungen passierten, Menschen wurden niedergetrampelt, Menschen mussten ins Krankenhaus.

Mein Mann und ich wurden für etwa 4 Stunden in diesem Chaos getrennt.

Wir fanden einander am Bahnhof wieder. Unsere Tochter war mit Razan und wir hatten nur ein Telefon. Ich habe kein Telefon und konnte ihn nicht anrufen. Ich hatte so viel Angst, ich habe nur geweint und die Leute haben mir gesagt, dass ich den Zug nehmen soll, weil er abfahre. Aber ich tat es nicht.

Da Razan und ich die Vereinbarung hatten, dass, wenn ich verloren gehe, soll ich bleiben, wo ich bin und auf ihn warten. Er wird nach mir suchen bis er mich findet. Das ist, was ich tat. Ich blieb am Bahnhof stehen.

Wenn ich den Zug genommen hätte, wäre es schwierig gewesen für Razan mich zu finden. Und ich hatte keine Kontakte mit mir, sie waren alle auf dem Telefon, das Razan hatte. Und er fand mich!

Dann nahmen wir den Zug von dieser Grenze durch das Land nach Serbien. Wir kamen in der Nacht in Belgrad an. Wir waren für zwei Tage in einem großen Park. Es war kalt und regnerisch. Dann fuhren wir mit dem Bus in die Nähe der ungarischen Grenze.