Razan and Dyana (3/3)

 Serbien – Ungarn – Österreich – Deutschland

Wenn man an die ungarische Grenze kommt, fürchtet man sich davor, dass die Polizei deine Fingerabdrücke nimmt. Denn nach der Dublin-Verordnung muss man in dem Land bleiben, in dem man ankommt. Deswegen hatten wir Angst in Ungarn erwischt zu werden.

Dann fängt es wieder an, einen Schmuggler zu suchen. Wir mussten 400$ pro Person zahlen und wir mussten durch den Wald an der ungarischen Grenze gehen – in der Nacht. Wir mussten dann in der Kälte einen Tag warten. Dann kamen die Schmuggler und nahmen das Geld.

Wir mussten einem Fremden vertrauen und ihm unsere Seele geben.

In der Nacht gingen wir durch den Wald, dann haben sie uns in ein Taxi gesetzt und uns 15km vor Budapest rausgelassen. Also mussten wir wieder gehen.

Wir waren ein paar Stunden auf der Straße zu Fuß unterwegs, niemand stoppte, weil niemand als illegal erwischt werden wollte. Wir wussten von einem anderen Syrer, der seit einer langen Zeit in Budapest lebte und wir riefen ihn an und er holte uns schließlich mit seinem Auto ab.

Er brachte uns zu einem Ort, der von einer Gruppe von syrischen Menschen geführt wird. Sie gaben uns Schutz bis zum nächsten Morgen und dann nahmen sie uns in ihren Autos mit zum Bahnhof. Wir wollten den Zug nach Österreich nehmen, das als sicheres Land bekannt ist. Wenn man nach Österreich schafft, kommt man leicht nach Deutschland.

Wir hatten keine Probleme in Österreich und wir fuhren mit dem Zug nach Frankfurt am Main, Deutschland. Als wir dort ankamen, riefen wir unseren Kontakt an und wir haben zwei Tage bei ihm verbracht. Danach fuhren wir nach Trier und mein Cousin hat uns mit Mr. James bekannt gemacht. Er wohnte in seinem Haus und Mr. James bot auch uns an bei ihm zu bleiben.

Die schönste Sache, die uns auf dieser Reise passiert, ist Mr. James!

Die Situation in der AfA in Trier war sehr hässlich, die Toiletten wurden gemeinsam benutzt und 10 Leute mussten zusammen in einem Raum schlafen.

Wir konnten dort nicht bleiben und zogen in Mr. James Haus.

Wir sind berechtigt für drei Jahre in Deutschland zu bleiben und dann entscheidet die Regierung erneut nach dieser Zeit, und wir können für weitere drei Jahre verlängern. Wir fühlen uns immer noch wie Gäste in Deutschland, obwohl wir die Aufenthaltsgenehmigung haben. Im Moment ist es wie in einem dunklen Raum zu leben, man weiß nicht, ob man in drei Jahren bleiben kann.

Meine (Dyana) Familie wurde in ihrem Haus bombardiert, es waren 11 Leute da, zum Glück gab es nur leichte Verletzungen.

Danach zogen sie in die Türkei. Das Leben dort ist sehr hart für sie. Sie sind fünf Familienmitglieder, und sie wollen raus. Meine Schwester ist taubstumm, so dass sie nicht sprechen und hören kann. Sie will nach Deutschland kommen, um zu sehen, ob die Ärzte ihr helfen können.

Jetzt warten sie darauf, dass das Wetter besser wird und dann werden sie in der Lage sein, hierher zu kommen. Ich (Dyana) kann es kaum erwarten, dass meine Familie hierher kommt! Aber ich bin jetzt in großer Sorge, weil ich weiß, was sie durchmachen müssen.

Wir fühlen uns hier in Deutschland sicher, aber jetzt ist unsere Herausforderung uns an die neue Gemeinschaft, neue Gewohnheiten und Sitten zu gewöhnen. Vom Osten nach Westen zu kommen bedeutet jetzt sich mit allem vertraut zu machen. Wir brauchen einige Zeit, um uns daran zu gewöhnen. Syrer sind sehr aufgeschlossen für alles.

Die extremen religiösen Menschen machen nur 1% des syrischen Volkes aus.

Unsere Lehrer unseres Deutsch-Sprachkurses erzählen uns von den deutschen Gewohnheiten und Traditionen. Die deutsche Kultur ist von unserer sehr verschieden, wir müssen uns damit vertraut machen. Jetzt müssen wir versuchen, in diese neue Atmosphäre hineinzukommen.

Von dem, was wir erlebt haben, und die Deutschen, mit denen wir interagierten sind sehr freundlich und aufgeschlossen und sie halfen uns. Die ganze Familie von Herrn James unterstützt uns und sie haben uns Geschenke gemacht. Es bedeutet so viel für uns! Wir sind sehr dankbar dafür!

Auch die Lehrer in der Schule behandeln uns sehr freundlich und sie sind sehr nett. Sie helfen uns sehr.

Mein (Razan) erstes Ziel ist es nun, die Sprache zu lernen. Denn ohne die Sprache zu kennen werde ich nicht in der Lage sein zu arbeiten. Wir suchen auch nach einem Ort zum Wohnen, und wir wollen mit Menschen interagieren. Ich bin mir noch nicht sicher, welche Art von Job ich gerne tun würde. Ich möchte einen Job, der mir dabei hilft, meine Familie zu unterstützen.

Es ist eine Erleichterung, darüber zu sprechen. Es ist gut zu wissen, dass wir nicht vergessen werden, und dass jemand sich für unsere Geschichte interessiert.

Mehr Informationen

Wenn ihr mehr über Razan’s and Dyana’s Leben bei Mr. James erfahren wollt, schaut einfach bei Mr. James facebook Seite nach. Er schreibt täglich ein öffentliches Tagebuch seit sie bei ihm wohnen!