Steffi (1/2)

Wo anfangen? Wie entscheiden, wohin es gehen soll?

Ich habe meine Weltreise geplant und hatte ein Around-the-world-Ticket und deshalb ungefähr eine Route. Zumindest die Hauptpunkte. Ich habe in Südostasien, in Singapur, angefangen und bin dann nach Malaysia, Bali, Thailand, Laos und Kambodscha. Das ist alles ganz neu für mich gewesen.

Ich wollte nach Asien, weil ich auf der Suche nach etwas Neuem war und ich wollte auf jeden Fall nach Neuseeland. Ich habe dann geguckt, was auf der Route nach Neuseeland liegt und habe im Internet gelesen und geguckt. Ich habe herausgefunden, dass Thailand gut zum alleine reisen wäre, sicher und ein gutes Einsteigerland zum backpacken. Und dass man leicht Leute kennenlernt.

Ich dachte mir „es gibt Natur, es gibt aber auch Strand und Meer und es ist sehr vielfältig“. Und ich mochte schon immer asiatisches Essen.

Reisestress und wie man ihm entkommt

In Malaysia habe ich mich nicht so wohl gefühlt. Das war das erste Land und ich war direkt von meiner Arbeit in die Reise gestürzt. Dann direkt drei Tage hier, drei Tage da, drei Tage da, das war alles zu viel. Ich hätte besser erstmal eine Woche an einem schönen Ort eine Pause machen sollen. Deshalb war es mir in Malaysia alles viel zu viel.

Ich bin dann nach Bali geflüchtet und habe da erstmal eine Woche lang nichts gemacht. Die Leute waren super locker, man konnte jeden Tag durch die Reisfelder spazieren, einfach entspannen. Die Atmosphäre, die Stimmung war sehr entspannt und das hat mir super gut gefallen.

Vom Lächeln und der Freundlichkeit

Da konnte ich gut mal drei Tage hierhin, drei Tage da hin und da ging es gut mit dem schnellen Wechsel. Was aber in all den Ländern war, was mir super positiv aufgefallen ist: Die Menschen sind super freundlich! Ich habe vorher oft gehört „du bist der reiche Europäer“ und „die sind nur freundlich, weil sie dein Geld haben wollen“. Das stimmt nicht ganz. Es gibt bestimmt solche, aber sind wir mal ehrlich, die gibt’s bei uns auch.

Es gab ganz viele, die haben mich einfach angelächelt. Die Frau auf dem Markt oder auch wenn du jemanden nach dem Weg gefragt hast und es war klar, der kriegt kein Geld von dir: Sie waren alle immer freundlich und hilfsbereit und interessiert. Auch wenn sie kein englisch gesprochen haben oder ich kein Thai hat man sich trotzdem irgendwie verständigt, mit Händen und Füßen.

Wenn man in der Stadt mit einer Karte stand und ich nicht wusste, wo ich lang muss, da kam jemand auf mich zu und hat gefragt „kann ich dir helfen?“.

Es war immer ein Lächeln da und das war das, was mir so gut gefallen hat.

Das Bedürfnis nach ein wenig Alltag

Dann ging es weiter nach Australien, da war ich nur vier Wochen, weil es sehr teuer ist und ich länger in Neuseeland bleiben wollte.

Ich bin in Sydney angekommen und hatte ein Tief, ich hatte keine Lust mehr jeden dritten Tag meinen Koffer zu packen und hatte auch keine Lust mehr zu organisieren. In Sydney habe ich dann das erste Mal couchsurfing ausprobiert und hatte einen echt lustigen, netten Host, der meinte „Ich habe Zeit, ich habe Platz, bleibe solange du Lust hast“.

Am Ende bin ich dann zwei Wochen da geblieben. Ich habe nichts gemacht und habe es genossen, ein eigenes Zimmer zu haben, ein Bad nur mit einer Person zu teilen, eine Küche, eine Couch, einen Fernseher. Ich habe dann auch mal einen ganzen Abend nur auf der Couch gelegen. Es war toll, einen so normalen Abend zu haben, einfach nur Fernsehen gucken und nichts machen.

Ich fand es auch schön, mal wieder selbst zu kochen. Mit vielen Gewürzen. Die Hostelküche gibt ja nie viel her, man hat ja immer nur Salz und Pfeffer dabei. In Asien habe ich nie gekocht, weil man eher essen geht oder an den Essensstand geht, weil das Essen da so günstig ist, dass man nicht selber kochen muss.

Leute kennen lernen

Nach den zwei Wochen habe ich mir dann ein Auto gemietet und bin nach Melbourne gefahren und die Great Ocean Road. Im Wilson-Promontory National Park habe ich drei ganz tolle Deutsche kennen gelernt und bin die Strecke mit denen zusammen gefahren. Es war super lustig.

Das ist etwas, was ich auf den Reisen gelernt habe: Einfach mal Leute anquatschen! Es war vorher mein Horror! „Was sag ich? Ich bin Steffi, ich brauch Anschluss“ oder wie? Aber das ergibt sich super easy und man muss sich überhaupt kein Stress machen.

Die einen habe ich kennen gelernt, weil gegenüber von meinem Stellplatz zwei Mädels angekommen waren und sie haben es nicht hingekriegt ihr Zelt aufzubauen. Ich bin rüber gegangen und habe gefragt, ob ich helfen kann. Und dann kam noch eine Deutsche und hat gefragt, ob sie helfen kann. Darüber sind wir dann ins Gespräch gekommen und das hat dann einfach gepasst.

Ehrliche Freundlichkeit

Und dann ging es nach Neuseeland. Das war mein Hauptziel. Da habe ich mir ein Auto gekauft und bin damit zwei Monate durch Neuseeland gereist. Das war großartig. Der Oberknaller!

Ich war in einem Hostel, wo ich eigentlich nur zwei Tage bleiben wollte, aber es war so nett da! Die Leute, die Woofer – im Endeffekt war ich acht Tage da statt zwei. Und auf dem Rückweg war ich dann nochmal zwei Wochen da.

Neuseeland war einfach…da fehlen mir die Worte. Es war von den Menschen, von der Natur her so großartig. Alle waren so freundlich und nett und hilfsbereit! Und so locker! Manche sagen, dass es oberflächlich ist, wenn mich die Frau an der Kasse gefragt hat, wie es mir geht. Aber ich fand das einfach super angenehm, auch wenn es nur eine Floskel war. Ich fand es einfach super nett!

Als ich dann hier wieder das erste Mal im Supermarkt war und ich freundlich „Guten Tag“ gesagt habe, meinte die Kassiererin nur „Hallo“ (in motzigem Ton) und ich dachte nur „‘tschuldigung, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten“.